Blue Moon

Drama, Biografie | USA, Irland 2025
Regie: Richard Linklater („Before Sunrise“)
Besetzung: Ethan Hawke, Margaret Qualley, Bobby Cannavale, Andrew Scott, …
Laufzeit: 100 min | FSK: ab 12

Es ist der 31. März 1943:

Während das Musical „Oklahoma!“ seine Premiere feiert, sitzt der gefeierte Songtexter Lorenz Hart in der Bar Sardi’s und zelebriert sein Selbstmitleid. Die Premiere hat er frühzeitig verlassen, denn es war „höchste Zeit für einen Drink“.

„Oklahoma!“ ist ein Stück von Richard Rodgers – seinem Partner … nun ja, seinem ehemaligen Partner.

„Wir schreiben ein Vierteljahrhundert zusammen … und die erste Show, die er mit jemand anderem macht, wird sein größter Erfolg.“

Die Bar wird zur Bühne des Films, und wir erleben die Geschichte in Echtzeit. In einem Kammerspiel entfaltet sich ein Film über das schmerzhafte Gefühl, künstlerisch wie menschlich ersetzt worden zu sein.

Zwischen Alkohol, scharfem Witz und verletzlicher Offenheit schwankt Hart durch die Nacht. Immer neue Charaktere betreten die Bühne.

Eine besondere Rolle spielt dabei die junge Schönheit Elizabeth Weiland (Margaret Qualley), die Hart mit einer Mischung aus Bewunderung und Distanz begegnet. Für ihn wird sie zur Projektionsfläche einer unerreichbaren Nähe und verstärkt zugleich das Gefühl seiner eigenen Einsamkeit.

„Bin ich verbittert? Ja.“ – ein Satz, der ebenso schonungslos wie ehrlich den Ton des Films vorgibt.

„Blue Moon“ schafft es jedoch, mit klug geschriebenen Dialogen und scharfem Witz angenehm leicht zu bleiben. Regisseur Richard Linklater lässt vor allem seinen Darsteller Ethan Hawke glänzen, mit dem er bereits mehrfach zusammengearbeitet hat.

Hawke verkörpert die widersprüchliche Figur zwischen Größenwahn und Selbstzweifel eindrucksvoll.

Das dialoggetragene Drama ist eine bittersüße Reflexion über Ruhm und Vergänglichkeit, über verpasste Chancen und die Sehnsucht nach Nähe – und begleitet seine Figur dabei mit großer Empathie, ohne sie zu verurteilen.

Auch wenn „Blue Moon“ keine klassische Filmbiografie ist, basiert der Film auf realen Figuren und historischen Momenten im Leben von Lorenz Hart und Richard Rodgers. Als Vorlage dienten unter anderem reale Briefe von Lorenz Hart an Elizabeth Weiland.

Ethan Hawkes Performance und das Drehbuch erhielten jeweils eine Oscar-Nominierung.

Spielzeiten

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28

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