Calle Málaga - Ein Zuhause in Tanger

zu den Spielzeiten

Tragikomödie | Marokko, Frankreich, Spanien, Deutschland, Belgien 2026
Regie: Maryam Touzani
Besetzung: Carmen Maura, Marta Etura, …
Laufzeit: 116 min | FSK: ab 12

Durch das offene Balkonfenster dringen die Rufe der Händler im spanischen Viertel von Tanger.

María Ángeles (Carmen Maura), 79 Jahre alt, lebt seit vier Jahrzehnten in der marokkanischen Hafenstadt und genießt das Leben. Ihre Wohnung in der Calle Málaga („Calle“ heißt Straße) ist gefüllt mit Erinnerungen, Blumen und alten Möbelstücken – für sie weit mehr als nur ein Zuhause. Vom Balkon aus beobachtet María das geschäftige Leben der Straße, in der sich Vergangenheit und Gegenwart, Spanien und Marokko auf eigene Weise begegnen.

Doch eines Tages kehrt ihre Tochter Clara (Marta Etura) nach langer Abwesenheit aus Madrid zurück – mit einer Entscheidung, die alles verändert. Aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage will Clara die Wohnung ihrer Mutter verkaufen. Als Alleinerbin des verstorbenen Vaters sieht sie darin die einzige Chance auf ein neues Leben in Spanien.

Für María kommt es jedoch nicht infrage, zu ihrer Tochter nach Madrid zu ziehen oder gar in ein Seniorenheim zu gehen. Es entsteht ein schmerzhafter Konflikt zwischen zwei Generationen, deren Lebensrealitäten kaum noch zueinanderfinden.

Doch María gibt nicht auf. Mit Charme, Gewitztheit und großer Beharrlichkeit setzt sie alles daran, ihre vier Wände zu bewahren. Dabei begegnet sie auch dem Antiquitätenhändler Abslam, und plötzlich spielen auch wieder Liebe und Verlangen eine Rolle.

Regisseurin Maryam Touzani erzählt eine warmherzige und nachdenkliche Geschichte über Familie, Alter und Zugehörigkeit. Die Stadt Tanger ist dabei mehr als nur Kulisse: Sie steht für eine lange Geschichte von Migration und Exil. Auch Marías Familie gehört zu jenen Spanier:innen, die während der Diktatur von Francisco Franco nach Marokko flohen. Das Haus wird so zum Symbol für Erinnerung und Heimat.

Vor allem die große spanische Schauspielerin Carmen Maura – bekannt aus „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ – verleiht der Figur eine berührende Mischung aus Stolz, Verletzlichkeit und Lebenslust.

Der Film verbindet Humor und Melancholie und verzichtet bewusst auf einfache Lösungen. Statt einer klaren Versöhnung bleibt eine bittersüße Offenheit zurück – und die Erkenntnis, dass manche Konflikte des Lebens nicht vollständig aufgelöst werden können.

Spielzeiten

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