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Atlas

So 07.07. 18.00 Uhr (8,50 €)

Deutschland 2018
Regie: David Nawrath
DarstellerInnen: Rainer, Bock, Albrecht Schuch, Thorsten Merten, Uwe Preuss, Roman Kanonik, Nina Gummich, Johannes Gevers…
Laufzeit: 100 min. | FSK ab 12

In der griechischen Mythologie trägt „Atlas“ die Welt auf seinen Schultern. Und so tut es Möbelpacker Walter, nicht mehr der Jüngste, in gewisser Weise auch. Er ist in einer Frankfurter Firma angestellt, deren Spezialität Zwangsräumungen sind. Sein Chef hat sich mit Auftraggebern, man könnte sie auch „Drahtzieher“ nennen, eingelassen, die heruntergekommene Immobilien entmieten, um sie teuer weiterzuverkaufen. Da ist der Gedanke an Geldwäsche ebenso offensichtlich wie die Nähe zum organisierten Verbrechen. Walter fragt nicht viel, spricht ohnehin kaum und macht seine Arbeit zuverlässig. Doch spätestens, als der unberechenbare Moussa zum Packerteam stößt und sich als gefährlicher Gewalttäter entpuppt, beginnt Walter an der Richtigkeit seiner Tätigkeit zu zweifeln. Zudem er in dem Mieter, dessen Wohnung er jetzt räumen soll, meint, seinen eigenen Sohn zu erkennen, den er vor 30 Jahren verlassen hat. Dieser weigert sich beharrlich, mit Frau und Kind auszuziehen. Wohin auch? Walter erkennt, dass er diese kleine Familie beschützen muss, um wieder etwas gutzumachen. Dabei gerät er zwischen alle Fronten…

Ein extrem klug ausgedachtes Drehbuch, das eine machtvolle Geschichte vom Leben erzählt. Neben Immobilienwucher und Großstadtkriminalität geht es vor allem um Walter, der sein Leiden unsichtbar mit sich herumträgt. Sein Schweigen und seine Traurigkeit haben ihre Ursache in vergangenen Seelenqualen, ebenso die Einsamkeit, die für ihn zur Normalität geworden ist. Rainer Bock (den Meisten wahrscheinlich als Arzt aus „Das weiße Band“ bekannt) spielt diesen vom Leben enttäuschten, einsamen Mann mit minimalistischer Gestik: als verschlossenen, beinahe stoischen Kerl, einen, an dem alles abperlt und der sich normalerweise nicht einmischt. Dessen Persönlichkeit entwickelt sich dabei über sein Spiel, nicht über den Dialog. Mit sparsamsten Mitteln erreicht Rainer Bock damit eine unglaubliche Wirkung. Regisseur David Nawrath lässt dem erfahrenen Theater- und Filmschauspieler alle Freiheiten. Sein Debüt ist unbedingt sehenswert. Mit gewaltig visueller Kraft nimmt er den Zuschauer mit auf eine gefährliche Reise in die bundesdeutsche Realität. Dicht und spannend wie ein Thriller.

 

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