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Bald im Waldhorn
4. JÜDISCH-ISRAELISCHE FILMWOCHEN ROTTENBURG

Zum vierten Mal veranstalten wir die jüdisch-israelischen Filmwochen in Rottenburg. 

Menashe
Donnerstag, 07.07..
18.00 Uhr

USA 2017
Jiddisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Joshua Z. Weinstein
Besetzung: Menashe Lustig, Yoel Weisshaus, Meyer Schwartz, Ruben Niborski …
Laufzeit: 82 min.
FSK ab 6

Die abgeschottete ultra-orthodoxe jüdische Gemeinde in Borough Park, Brooklyn. Hier lebt Menashe mit seinem Sohn Rieven. Noch. Denn nach dem Tod seiner Ehefrau vor einigen Monaten wirkt seine Glaubensgemeinschaft auf ihn ein und stellt ihn vor die Wahl: Entweder er sucht sich eine neue Frau und heiratet oder er muss Rieven in die Obhut seines wohlhabenden Schwagers Eizik geben. Denn die Tradition gebietet es, dass chassidische Kinder nicht in einem Haushalt ohne Mutter aufwachsen dürfen und schon gar nicht in einen „armen“ Haushalt, dessen Versorger schlecht bezahlt in einem Supermarkt arbeitet. Doch Menashe will keine zweite Ehe. Und so versucht er, der eigentlich gar nicht zum Rebellen geboren ist, gegen alle Widerstände einen fast unmöglichen Emanzipationsprozess – gegen den Schwager, gegen den Rabbi, gegen die Gemeinde…

Die ausgesprochen warmherzige tragikomische Geschichte erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

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Endlich Tacheles
Freitag, 08.07.
18.00 Uhr
und
Samstag, 09.07.
18.00 Uhr

Dokumentarfilm
Deutschland 2020
Regie: Jana Matthes und Andrea Schramm
Laufzeit: 109 min.
FSK ab 12

„Was hat der Holocaust noch mit mir zu tun? Kann man die Vergangenheit nicht endlich ruhen lassen?“ – Der in Berlin lebende Yaar (ca. 30) ist Jude, aber mit dem Judentum hat er nichts am Hut. Die Betroffenheit der Eltern, ihr Nicht-Vergessen-Können, der daraus entstandene Schwermut des Vaters – das alles geht ihm ziemlich auf die Nerven. Dabei ist er kein Dummkopf. Nur: Er lebt im Hier und Jetzt und will nicht ständig darüber reden und nachdenken müssen, der Betroffenheit der Eltern zum Trotz. Aus Rebellion will Yaar, von Beruf Gamedesigner, ein Computerspiel entwickeln: „Shoah. Als Gott schlief“. In dem von ihm kreierten Deutschland um 1940 können sich Juden wehren und Nazis handeln auch mal menschlich. Yaars Vater ist entsetzt. Er will nicht, dass jemand aus den Grauen der Vergangenheit ein Spiel macht. Schon gar nicht sein eigener Sohn! Konfliktpotenzial …

Dann entschließt sich Yaar, gemeinsam mit seinem Vater und zwei Freunden nach Polen zu reisen: zu seiner Großmutter nach Krakau, zum dort befindlichen Gestapo-Hauptquartier und zum nicht weit entfernten KZ Plazow. Und erst hier an den Orten des Verbrechens wird Yaar das Schicksal seiner Familie vor Augen geführt und es enthüllt sich ein lange gehütetes Familiengeheimnis…

Im Fokus des Films steht das Verhältnis zwischen Yaar und seinem Vater. Ihre Gespräche miteinander verdeutlichen, wie präsent die Shoa mit all ihren Folgen bis heute in den Familien ist und damit auch noch die Enkel betrifft. Und dennoch: „Tacheles“ zeigt auch, dass junge Menschen mit diesem schweren Erbe auch anders umgehen können: auf kreative, fantasievolle und spielerische Weise. So wie Yaar es tut.

Eine einnehmende Studie über einen jungen Mann, der erkennt, was die Vergangenheit mit ihm selbst zu tun hat.

Die Wannseekonferenz
Sonntag, 10.07.
18.00 Uhr
und
Montag, 11.07.
18.00 Uhr

Deutschland 2021
Regie: Matti Geschonneck
Besetzung: Johannes Allmayer, Mattias Bundschuh, Maximilian Brückner, Fabian Busch, Jakob Diehl, Godehard Giese, Philipp Hochmair, …
Laufzeit: 111 min.
FSK ab 12

Am Vormittag des 20. Januar 1942 kommen in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin führende Vertreter des NS-Regimes zusammen: Reichskanzlei, SS, Ministerien, Polizei, Verwaltung. Eingeladen hat Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamtes in Berlin und in dieser Funktion Organisator des Holocausts. Es geht um eine „Besprechung mit anschließendem Frühstück“. Ausschließliches Thema soll die von den Nationalsozialisten sogenannte „Endlösung der Judenfrage“, also die Organisation des systematischen, millionenfachen Massenmords an den Juden Europas sein. Dafür sollen hier die Aufgaben verteilt werden. Heydrich gelingt es, alle Teilnehmer auf diesen Plan einzustimmen. Es herrscht erschreckendes Einvernehmen. Die Zusammenkunft wird als „Wannseekonferenz“ in die Geschichte eingehen.
Anlässlich des 80. Jahrestages der historischen Konferenz hatte das ZDF diesen Film im Januar 2022 im Programm. Nun gibt es ihn auch fürs Kino. Das „Drehbuch“ folgt dem von Adolf Eichmann (SS) aufgezeichneten „Besprechungsprotokoll“. Von diesem Schriftstück existiert lediglich ein einziges Exemplar und es gilt als Schlüsseldokument der daraufhin vollzogenen Judenvernichtung.

Es gelingt Oliver Berben (Produzent) und Matti Geschonneck (Regie), ein äußerst aufschlussreiches Bild von dem Ereignis zu zeichnen. Dazu tragen natürlich in nicht unbeträchtlichem Maße die Schauspieler bei, für die das „Spiel“ nicht einfach war. Philipp Hochmair, der den Konferenzleiter Heydrich spielt, berichtet: „Es war eine Herausforderung, sich so einem abgrundtief bösen Menschen zu nähern. Es gab sehr viel wirklich schockierenden Text zu lernen.“ Und in der Tat ist es schwer zu ertragen, wie emotionslos die Planung der Massentötung ablief – in einer technischen, bürokratischen, eiskalten Sprache. Eichmann abstrahiert alles und handelt es nüchtern ab. Er erklärt den Plan wie eine Gebrauchsanweisung. Ohne jegliche Emotionen.

Das ganze Grauen spielt sich also nur über Worte ab. Es gibt keine Szene, in der die Misshandlung an den Juden gezeigt wird. Ein äußerst guter Film über eine äußerst schlechte Historie.

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Silence Breakers
Dienstag, 12.07.
18.00 Uhr
und
Mittwoch, 13.07.
18.00 Uhr

Dokumentarfilm | OmdU
Israel/ Frankreich/ Deutschland 2021
Regie: Silvina Landsmann
Laufzeit: 92 min.
FSK ab 12

BtS („Breaking the Silence) ist eine NGO (Nichtregierungsorganisation). Sie besteht aus ehemaligen israelischen Soldaten und Soldatinnen, die durch das Sammeln persönlicher Erinnerungsberichte auf den militärischen Alltag und den Umgang mit der Bevölkerung in den besetzten Gebieten Israels aufmerksam machen wollen. In ihrer Arbeit setzen sie sich mit Einsätzen und Handlungen auseinander, die ihnen heute – nach ihrer Militärzeit – falsch vorkommen. Sie sammeln Zeugenaussagen von SoldatInnen, die ihr Schweigen brechen und die Auskunft geben über Armeegewalt. Sie wollen zeigen, wie die seit 55 Jahren andauernde Besatzung die jungen Wehrpflichtigen, die Armee und die ganze Gesellschaft vergiftet. Mit Videos, Vorträgen und Stadtführungen wenden sie sich an die israelische Bevölkerung und an ausländische Medien. 

Die in Buenos Aires geborene und später mit ihren Eltern nach Israel eingewanderte Filmemacherin Silvina Landsmann hat die Arbeit der AktivistInnen über mehrere Monate begleitet. Sie ist mit ihnen nach Hebron im Weltjordanland gefahren, sie hat palästinensische Dörfer besucht, deren Bewohner der Gewalt von Siedlern ausgesetzt sind, und sie hat in der Zentrale der NGO in Tel Aviv die internen Debatten verfolgt. Alles natürlich mit ihrer Kamera. Ihre Dokumention verzichtet auf Erklärungen und Kommentierungen, auch auf Musik. Fünf Jahre hat sie an ihrem Film gearbeitet, 450 Stunden Rohmaterial galt es zu sichten und zu schneiden. Es ist ihr ein authentischer Blick auf die komplexe Wirklichkeit in Israel gelungen.

Who's afraid of Alice Miller?
Donnerstag, 14.07.
18.00 Uhr
und
Freitag, 15.07.
18.00 Uhr

Dokumentarfilm
Schweiz 2020
OmdU
Regie: Daniel Howald
Laufzeit: 101 min.
FSK ab 12

Alice Miller (1923-2010), Kinderrechtlerin und Psychoanalytikerin, erlangte mit Büchern wie „Am Anfang war Erziehung“ Weltruhm. Darin propagiert sie die Würde des Kindes und spricht sich ausdrücklich gegen Misshandlungen aus. Wie kann es sein, dass eine solche Frau ihrem eigenen Sohn jegliche warmen Gefühle und Zuwendungen vorenthielt, ja, es sogar nicht ein einziges Mal fertigbrachte einzuschreiten, wenn dieser vom Vater verbal und physisch geschlagen wurde? In der Dokumentation von Daniel Howald geht jener Sohn dieser Frage nach.

Nachdem die beiden in den 70er-Jahren versucht hatten, ihre Beziehung aufzuarbeiten, begibt sich Martin Miller (inzwischen Mitte 60) nach dem Tod der Mutter auf eine Reise. Er will endlich den Widerspruch zwischen der Kindheitsforscherin und der zerstörerischen Mutter verstehen. Und entdeckt schließlich, was zwischen ihm und ihr steht: das größte Drama des 20. Jahrhunderts: die Shoa – die Vernichtung des jüdischen Volkes. Als junge Jüdin überlebte sie in Warschau nur unter falscher Identität die Gräueltaten der Nationalsozialisten und entkam den Todeslagern nur knapp. Alle ihre traumatischen Erlebnisse verdrängte sie. Über die Kenntnis dessen, was genau seiner Mutter widerfuhr, versucht Martin, ihre späteren Verhaltensweisen nachzuvollziehen und zumindest ein Stück weit zu verstehen. Eine äußerst mühsame und therapeutische Reise. Sie führt ihn und Regisseur Daniel Howald zu einigen wichtigen Lebensstationen von Alice Miller und lässt sie auf Menschen treffen, die sie kannten und/oder mit ihr aufgewuchsen. Mit Hilfe von weiteren Therapeuten aus dem Familien-und Freundeskreis der Millers geht Martin außerdem auf akribische Weise der Frage nach, wie die Erfahrungen des Holocausts die Zeitzeugen geprägt haben. Und wieso ihre unbewältigten Erlebnisse oft auch auf die erste Generation nach ihnen  abfärbten. Besonders nachdrücklich sind die Briefe, die sich Martin und seine Mutter einst schrieben und in die dem Zuhörer (gelesen von der Schauspielerin Katharina Thalbach aus dem Off) ausführliche Einblicke gewährt werden. Sie künden von einem zutiefst gestörten Verhältnis zwischen ihnen und von einer Frau, die ihr eigenes Fehlverhalten erst sehr spät erkannte und eingestand.

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Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse
Sonntag, 17.07.
11.00 Uhr

Komödie
Schweiz 2018
Regie: Michael Steiner
Besetzung: Joel Basman, Noémie Schmidt, …
Laufzeit: 93 min.
FSK ab 6

Zürich. Bisher hat der junge orthodoxe Jude Motti Wolkenbruch sich immer streng an die jüdischen Regeln gehalten. Auch jede Frau, die ihm seine Mutter als potenzielle Ehefrau vorstellt, hat er freundlich ertragen. Doch jetzt hat sich Motti in Laura verliebt, eine Hosen tragende, Gin Tonic trinkende Kommilitonin – eine „Schickse,“ also nicht-jüdisch...

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Meyer, der auch das Drehbuch schrieb.

Nicht ganz koscher
Sonntag, 17.07.
18 Uhr

Komödie
OmdU
Israel 2022
Regie: Stefan Sarazin, Peter Keller
Besetzung: Luzer Twersky, Haitham Omari 
Laufzeit: 121 min.
FSK ab 6

Bei Redaktionsschluss lagen noch keine Filmkritiken und kein Trailer vor. Darum nur so viel: Um den Verkupplungsversuchen seiner Familie in Jerusalem zu entgehen, haut Ben ab. Sein Ziel: die einst größte jüdische Gemeinde in der ägyptischen Stadt Alexandria. Der fehlt nämlich dringend der zehnte Mann, um das Pessahfest zu begehen. Doch seine Reise ist mit Pannen gepflastert: Erst verpasst er den Flieger, dann wird er mitten in der Wüste Sinai aus dem Bus geworfen. Gott…äh…Allah…äh…Jahwe sei Dank trifft er dort auf einen Beduinen, der nach seinem entlaufenen Kamel sucht. Nur gemeinsam können die beiden Männer weiter; hier geht’s schließlich ums Überleben. Aber wie vereint man ultraorthodoxe Lebenspraktiken mit Beduinen-Pragmatismus…?

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Kinder der Hoffnung
Montag, 18.07. bis
Mittwoch, 20.07.
18 Uhr

Dokumentarfilm | OmdU
(Interviews mit Untertiteln)
Deutschland/ Israel 2020
Regie: Yael Reuveny
Laufzeit: 87 min.
FSK ab 0

Ein Klassenfoto aus dem Jahr 1988 – es wurde der 40. Jahrestag der Gründung Israels gefeiert – ist Ausgangspunkt des Films. Man sieht darauf die damals achtjährige Yael Reuveny (Regisseurin) zusammen mit den 31 anderen Kindern ihres Jahrgangs in einer Schule in Petach Tikwa (zu Deutsch: „Tor der Hoffnung“), einem Vorort von Tel Aviv. Inzwischen lebt sie in Deutschland, dem Land, aus dem ihre Urgroßeltern und Großeltern einst flohen. Aber was ist aus ihren Klassenkameraden geworden? Yael kehrt nach Israel zurück und nimmt Kontakt auf und hat so einige Fragen: Wo und wie leben sie? Wie gehen sie mit der Geschichte ihres Landes um, mit den Hoffnungen, die sich erfüllt oder nicht erfüllt haben, mit der angespannten Situation, dem ständig schwelenden Konflikt, mit der Angst…? – Viele von ihnen leben noch hier, führen ein ganz „normales“ Leben, arbeiten als Arzt, machen Musik, verkaufen Wohnungen oder sind Hausfrau. Yael Reuveny fragt und bekommt Antworten und zwischen den Gesprächen reflektiert sie auch ihre eigene Situation, das Exil, ihr Leben fern der Heimat in Berlin. Dass sie ihr Land verlassen hat, fühlt sich nicht immer nur gut an. Könnte sie hier nicht mehr bewegen? Und was bewegen ihre früheren Freunde im Umgang mit den hiesigen Konflikten?

Ein ruhiger, nachdenklicher, betont unspektakulärer Film. Das Porträt einer Generation von Israelis, die in Zeiten des Friedens groß wurden und die Hoffnung auf eine Welt ohne Kriege hatten. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.

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Königstraße 12

72108 Rottenburg

Tel.: +49 7472 22 888
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