Corsage

Deutschland/ Österreich 2022
Regie: Marie Kreutzer
Besetzung: Vicky Krieps, Florian Teichtmeister, Colin Morgan, Finnegan Oldfield, Aron Friesz, …
Laufzeit: 114 min.
FSK ab 12

Nein, mit unserer „Sissi“ hat die hier porträtierte österreichische Kaiserin Elisabeth von Österreich nur noch wenig zu tun. Es ist der 24. Dezember 1877. Ihr Geburtstag. Dass sich erste Fältchen in ihrem Gesicht zeigen, nagt an der Monarchin. Zwar treibt sie diszipliniert Sport, unterwirft sich verschiedensten Diäten, doch das Korsett (die „Corsage“) muss dennoch immer strammer und gnadenloser gebunden werden, damit sie dem äußeren Idealbild entsprechen kann. Die Unzufriedenheit darüber ist ihr anzusehen. Und während sich Gemahl Franz Joseph mit Staatsgeschäften plagt, beginnt Elisabeth langsam, mit ihrem Leben zu hadern, muss sie doch, statt auch einmal eine eigene Meinung äußern zu dürfen, stets die schöne junge Kaiserin bleiben. Doch die wissbegierige,
lebenshungrige Frau will sich nicht länger in das höfische Leben mit Empfängen und Zeremonien einzwängen lassen. All das ist ihr schon lange lästig, weshalb sie auch gerne mal mittendrin aufsteht, in Ohnmacht fällt oder zum Ärger ihres Mannes erst gar nicht erscheint. Sie ist sowieso viel lieber bei ihren Pferden oder auf Reisen: zu Verwandten, Freunden oder ehemaligen Liebhabern…

Ein kantiges, bisweilen sehr schmerzliches Bild wird hier von Elisabeth gezeichnet. Regisseurin Marie Kreutzer nimmt sich dabei viele erzählerische Freiheiten. Da finden Begegnungen der Monarchin zweitverschoben statt, werden vermutete Affären zu tatsächlichen…

Mit tiefer Empathie für die ikonische Kaiserin gelingt der Regisseurin und ihrer Hauptdarstellerin die Darstellung ihres Wandlungsprozesses zu einem freien Menschen, der sich von jedem Status, jeder Körperlichkeit und jedem Erwartungsdruck zu befreien beginnt. Auch künstlerisch legt der Film eine erfrischende, faszinierende Antihaltung an den Tag. Vicky Krieps spielt Elisabeth als eine Frau von Format, eine Frau, die in den Zwängen ihrer Zeit feststeckt, die Normen entsprechen muss, die sie nicht akzeptiert, die schön und unnahbar sein soll und die dieses Spiel schon viel zu lange mitgespielt hat. Die historische Realität wird also mal mehr, mal weniger verbogen und entspricht eher dem heutigen Zeitgeist als der Historie. Entsprechend wird das Geschehen mit einem modernen Soundtrack unterlegt.

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