Am 08.02.: Gespräch zum Thema KI mit Dr. Martin Hennig & Johannes Freyer
Dokumentarfilm | Deutschland 2024
Regie: Hans Block, Moritz Riesewieck
Laufzeit: 87 Min. | FSK: ab 12
Unsere Liebsten nach dem Tod virtuell als unsterbliche Avatare weiterleben zu lassen, damit sie niemals in Vergessenheit geraten: Was einst wie ein Wunschtraum erschien, ist durch Künstliche Intelligenz längst Realität geworden. Doch welche Folgen hat diese neue Form der Nähe für die Hinterbliebenen?
In ihrem Dokumentarfilm widmen sich die Regisseure Hans Block und Moritz Riesewieck der Digital Afterlife Industry. Mithilfe Künstlicher Intelligenz schaffen Start-ups digitale Avatare, die es Trauernden ermöglichen, mit ihren verstorbenen Liebsten in Kontakt zu treten.
Block und Riesewieck begleiten etwa Joshua, der seine Freundin Jessica früh durch eine Krankheit verloren hat. Er schildert der Jessica-Simulation in einem virtuellen Gespräch, dass eine spätere Beziehung gescheitert sei, da sich seine neue Partnerin wie in Jessicas Schatten gefühlt habe. Tag und Nacht chattet er mit dem digitalen Klon seiner verstorbenen Freundin und kann nicht verstehen, warum andere darin ein Problem sehen. Tatsächlich ist spürbar, dass Joshua in dieser Form der Kommunikation Trost findet.
Dagegen ist die gläubige Christi nach der Interaktion mit dem KI-Avatar ihrer ersten großen Liebe Cameroun erschüttert, da sich dessen Äußerungen nicht mit ihren religiösen Vorstellungen vereinbaren lassen.
Weder handelt es sich bei dem Werk des Regieduos um ein einseitiges Imagevideo für Technologiekonzerne, noch zielen Block und Riesewieck darauf ab, ausschließlich die Risiken dieser Entwicklungen herauszustellen. Vielmehr zeigt sich, dass wir uns in einer offenen Entscheidungsphase befinden, in der zentrale Fragen noch ungeklärt sind: Kann es den Wegbereitern dieses Bereichs gelingen, technischen Fortschritt mit ethisch-moralischer Verantwortung zu verbinden?
Eine filmische Erkundung eines tiefen menschlichen Wunsches: Was passiert, wenn der Traum von der Unsterblichkeit zu einem Produkt wird?
Wir freuen uns sehr, dass der Medienethiker Dr. Martin Hennig von der Universität Tübingen im anschließenden Filmgespräch Einblicke zum Thema KI-Ethik geben wird. Die Moderation übernimmt Johannes Freyer, Geschäftsführer Innovationszentrum Westspitze.








