Friedas Fall

Drama, Historie | Schweiz 2024
Regie: Maria Brendle
Besetzung: Julia Buchmann, Stefan Merki, Maximilian Simonischek, ...
Laufzeit: 105 min | FSK ab 12

„Friedas Fall“, nach dem Roman „Die Verlorene“, beleuchtet die erschütternde Geschichte von Frieda Keller, deren Prozess im Jahr 1904 die Frauenrechtsdebatte in der Schweiz prägte.

St. Gallen im Jahr 1904. Die junge Näherin Frieda Keller tötet ihr Kind und gesteht die Tat, ohne Erklärung, ohne Widerstand. Tatsächlich handelte sie aus extremer Verzweiflung, Scham und wirtschaftlicher Not. Als mittellose Näherin und Mutter eines unehelichen Kindes, das durch eine Vergewaltigung gezeugt wurde, sah sie sich gesellschaftlich stigmatisiert und finanziell überfordert. Der Fall sorgt für Aufsehen und entwickelt sich rasch zu einer gesellschaftlichen Debatte über Recht und Gerechtigkeit.

Staatsanwalt Walter Gmür und Verteidiger Arnold Janggen sehen sich im Verlauf des Falls nicht nur beruflichen, sondern auch persönlichen Herausforderungen gegenüber, die ihr Verständnis von Moral und Gleichheit ins Wanken bringen.

Erna Gmür, die Ehefrau des Staatsanwalts, entwickelt durch ihre Zuneigung zu Frieda ein neues Bewusstsein für die Ungerechtigkeiten, denen Frauen ausgesetzt sind. Auch Gesine Janggen, die Frau des Verteidigers, stellt sich entschieden auf Friedas Seite und drängt ihren Mann, sich im Prozess für Gleichstellung einzusetzen.

Die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit, befeuert durch Proteste und internationale Berichterstattung, stellt das patriarchale Rechtssystem infrage und bringt beide Anwälte an ihre Grenzen. Inmitten dieser Spannungen setzt sich ausgerechnet Staatsanwalt Gmür für ein Gnadengesuch zugunsten Friedas ein. Dabei wird ein System offengelegt, das Männer schützt und Frauen für Taten verurteilt, deren Verantwortung weit komplexer ist.

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen nach der gesellschaftlichen Rolle der Frau sowie nach Scham und Moralvorstellungen auf. „Friedas Fall“ ist nicht nur die Rekonstruktion eines historischen Justizskandals, sondern auch ein Spiegel einer Gleichstellungsdebatte, deren Relevanz bis heute fortbesteht.

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