In die Sonne schauen

Generationen-Drama, Historie | Deutschland 2025

Regie: Mascha Schilinkski

Besetzung: Lea Drinda, Luise Heyer, Lena Urzendowsky

Laufzeit: 149 min (!) | FSK ab 16

Vier Frauen. Vier Epochen. Ein Hof, der alles bewahrt. Der Film erzählt in fein verwobenen Szenen vom Leben von Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) –jede lebt zu ihrer Zeit auf demselben abgelegenen Vierseitenhof in der Altmark. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die dort wohnen – und obwohl die Frauen zeitlich getrennt sind, entstehen Überschneidungen, leise Spiegelungen und Resonanzen, die sich erst schrittweise offenbaren.

Alma wächst in der Kaiserzeit kurz vor dem ersten Weltkrieg auf, geprägt von Religion und Aberglauben. Erika lebt auf dem Hof in den 1940er-Jahren, im Schatten des Zweiten Weltkriegs. In ihr entfaltet sich ein inneres Ringen zwischen kindlicher Unschuld, erwachender Sinnlichkeit und der bedrückenden Atmosphäre familiärer Enge. Angelika erlebt die DDR der 1980er-Jahre – geprägt von Lebenslust, Unsicherheit und einem brüchigen familiären Geflecht. Nelly lebt heute auf dem alten Hof, der mit viel Mühe wiederbelebt wird. Umgeben von scheinbarer Geborgenheit, tauchen lebhafte Träume und vergangene Lasten auf – und ein Ereignis kündigt sich an, das die Grenze zwischen Erinnern und Erleben, zwischen damals und Heute verwischt.

Mascha Schilinski öffnet eindrucksvoll Einblicke in die vielschichtigen Gefühlswelten dieser Frauen. Überein Jahrhundert hinweg zeichnet der Film das deutsche Landleben nach – oft düster, manchmal zart, erzählt aus den wechselnden Perspektiven der Frauen. Der Hof wird dabei zum emotionalen Resonanzraum, in dem die verschiedenen Zeitebenen nahezu nahtlos ineinanderfließen.

Mascha Schilinski und Co-Autorin Louise Peter entwickelten das Drehbuch an der Filmakademie Baden-Württemberg– ausgezeichnet mit dem Thomas-Strittmatter-Preis 2023. Im Mai 2025 wurde der Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Damit wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals eine deutsche Regisseurin mit diesem bedeutenden Preis geehrt – und das für einen Debütfilm.„In die Sonne schauen“ setzte sich damit gegen Werke renommierter Regiegrößen wie Wes Anderson, Richard Linklater und Kelly Reichardt durch. Mit seiner emotionalen Tiefe und der feinsinnigen Erzählweise berührte der Film nicht nur das Festivalpublikum, sondern er hat gezeigt, wie universell die Geschichte weiblicher Erinnerung und familiärer Verflechtung erzählt werden kann.

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