Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

Biopic | Deutschland 2025
Regie: Edgar Reitz
Besetzung: Edgar Selge, Lars Eidinger, Barbara Sukowa, Aenne Schwarz, Antonia Bill
Laufzeit: 104 min | FSK ab 6

Im Preußen des Jahres 1704 ist Königin Sophie Charlotte (Antonia Bill) von tiefer Sehnsucht erfüllt. Ihr einstiger Lehrer, der große Philosoph und Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (Edgar Selge), lebt nun zurückgezogen in Hannover.

Um ihn wenigstens symbolisch wieder an den Hof von Lietzenburg zu holen, beauftragt sie ein Porträt, welches Leibniz im Schloss repräsentieren soll.

Der erste Maler, Hofkünstler Delalandre (Lars Eidinger), scheitert. Zu sehr ist er der reinen Repräsentation verhaftet. Erst als die junge niederländische Malerin Aaltje van de Meer (Aenne Schwarz) den Auftrag übernimmt, öffnet sich ein Raum, der mehr ist als Atelier – ein Resonanzraum, in dem Philosophie und Malerei aufeinandertreffen.

Zwischen Leibniz und Aaltje entspinnt sich ein intensiver Dialog über das Wesen der Kunst:
wie sie im besten Fall einen Menschen in seiner ganzen Persönlichkeit erfassen kann –
und wie sie es schafft, Zeit im Bild festzuhalten.

Während sich draußen die Welt weiterdreht, verdichtet sich in den Innenräumen ein stilles Drama der Ideen. Bis schließlich das vollendete Bild entsteht – und ebenso spurlos verschwindet, wie es entstand.

Der 92-jährige Regisseur Edgar Reitz inszenierte den Film gemeinsam mit Anatol Schuster:
„Mein Film erzählt eine Geschichte, in der fast alles historisch belegt werden kann und welche dennoch fiktiv ist.“

Die Dreharbeiten fanden im Herbst 2024 statt – in sorgfältig gestalteten Innenräumen, mit reduziertem Setting, eindringlichen Dialogen und einer Lichtdramaturgie, die sich an barocken Gemälden orientiert.

Das macht den Film nicht zu einem klassischen Historienfilm, sondern zu einer visuellen Hommage an die Malerei jener Epoche.

„Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“ ist kein biographisches Porträt im engeren Sinne, sondern ein filmisches Gedankenexperiment:
ein Diskurs über das Sehen, über das Denken und darüber, wie beides miteinander ringt.

Wer sich auf diesen Dialog einlässt, wird Teil eines Kammerspiels, das zum gemeinsamen Philosophieren verführt.

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