Und morgen die ganze Welt

Frankreich/ Deutschland 2020
Regie: Julia von Heinz
DarstellerInnen: Mala Emde, Luisa-CélineGaffron, Andreas Lust, Noah Saavedra, ...
Laufzeit: 111 min.
FSK ab 12


„Die Bundesrepublik ist ein demokratischer und sozialer Bundestaat. ...Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ Diesen Auszug aus Artikel 20 unseres Grundgesetzes lernt die junge Luisa bereits im ersten Semester ihres Jurastudiums begreifen. Unzufrieden mit der aktuellen Situation in Deutschland – die politische Rechte wird immer stärker und populistische Parteien legen in Umfragen zu– entschließt sie sich, aktiv zu werden und den Hetzern gemeinsam mit Gleichgesinnten Paroli zubieten.

Schnell findet sie Anschluss bei dem charismatischen Alfa und dessen Freund Lenor. Doch für diese Beiden ist auch der Einsatz von Gewalt ein legitimes Mittel, um Widerstand zu leisten und sich gegen die neue Rechte zu positionieren. Luisa muss entscheiden, wie weit sie zugehen bereit ist, was erlaubt und was geboten ist...

Widerstand als Schutz unserer freiheitlich demokratischen Ordnung und als Verteidigung unserer hart erkämpften Grundrechte – genau darum geht es der Antifa Kommune, in die die Hauptfigur Luisa eintritt. Immer wieder stößt sie auf die Kernfrage, wie weit man für seine Überzeugungenund die im Grundgesetz garantierten Rechte wirklich gehen darf und was es mit einem macht, wenn man selbst plötzlich Dinge tut, von denen man dachte, man sei hierzu niemals bereit: illegale, unrechtmäßige Aktionen und Taten,um ein höheres Ziel zu erreichen. Das Ziel, rechten Terror und populistisches Gedankengut zu bekämpfen.

Julia Heinzes couragierter Film hat zentrale Botschaften und fängt wesentliche Momente immer wieder mit erstaunlicher Sensibilität und Intimität ein. Mit ihrer Handkamera ist sie immer ganz nah dran an ihren Protagonisten und mitten im Geschehen. Gekonnt schlägt sie einen Bogen zur Realität in unserer Gegenwart und eine Zeit, in der radikale und fremdenfeindliche Ansichten wieder zunehmen und in der nationalistische, demokratiefeindliche Strömungen mehr Zulauf erhalten. Der Titel ist in Anlehnungan ein Lied der Hitlerjugend zu verstehen: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.“ Das ist die große Gefahr,die auch Luise spürt: Wenn wir sie jetzt machen lassen, ...

Eine brisante Milieustudie und ein dringlicher Politthriller. Hauptdarstellerin Mala Emde (bekannt aus dem Film „303“) erhielt auf dem Filmfestival in Venedigden Preis der Filmkritik als Beste Schauspielerin.

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