Historiendrama | Österreich, Deutschland 2026
Regie: Harald Sicheritz
Besetzung: Nils Arztmann, Maya Unger, ...
Laufzeit: 116 min | FSK ab 12
Wien, 1927. Bruno Kreisky ist 16 Jahre alt und Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie. Aus politischer Überzeugung will er sich der sozialistischen Arbeiterbewegung anschließen. Dort wartet allerdings niemand auf den Bürgersohn aus gutem Hause: „Weißt was, Bruno, schleich di.“
Davon lässt er sich nicht abschrecken. Hartnäckig erkämpft er sich seinen Platz, mischt sich ein und übernimmt bald immer mehr Verantwortung.
Zur selben Zeit erlebt Österreich Jahre zunehmender politischer Radikalisierung. Der Justizpalastbrand von 1927 wird für Kreisky zum Schlüsselerlebnis. Die gesellschaftlichen Fronten verhärten sich, politische Gewalt und Antisemitismus nehmen zu, die Demokratie wird Schritt für Schritt ausgehöhlt.
Bruno engagiert sich immer stärker in der sozialistischen Jugendbewegung. Als die Sozialdemokratie schließlich verboten wird, arbeitet er im Untergrund weiter und organisiert illegale Treffen. Damit gerät er zunehmend ins Visier der Behörden.
Was als politisches Engagement eines Jugendlichen begonnen hat, wird für Bruno immer gefährlicher. Spätestens mit dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 wird die Lage für ihn als Sozialisten und Juden existenziell.
Regisseur Harald Sicheritz erzählt diese prägenden Jahre nicht als klassisches Biopic über den späteren Bundeskanzler, sondern aus der Perspektive eines jungen Mannes: von Freundschaften und erster Liebe, von Familie und Zugehörigkeit und von der Frage, welchen Platz man in einer Gesellschaft einnehmen will, die sich vor seinen Augen radikal verändert.
Zugleich eröffnet der Film einen hierzulande weniger vertrauten Blick auf die Zwischenkriegszeit. Während wir vor allem die deutsche Geschichte des Aufstiegs des Nationalsozialismus kennen, erleben wir hier, wie Demokratie und Rechtsstaat im benachbarten Österreich unter Druck geraten und schließlich verschwinden.
Kreiskys Coming-of-Age wird so zum Porträt seiner politischen Prägung und der Erfahrungen, die aus dem jungen Bruno jene politische Persönlichkeit werden lassen, als die ihn viele später kennen werden.
Der Film wirkt dabei erstaunlich gegenwärtig. Er zeigt, wie schleichend demokratische Gewissheiten verloren gehen können. Aber auch, welches Engagement und welchen Mut es braucht, sich ei




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