Filmgespräch mit dem Diasporahaus
über die Rottenburger Wohngruppe
Dokumentarfilm | Deutschland 2026
Regie: Daniel Abma
Laufzeit: 91 min | FSK ab 0
Über 200.000 junge Menschen in Deutschland wachsen in Wohngruppen und Pflegefamilien auf.
In einem Haus am Ufer eines idyllischen Sees, umgeben von dichten Wäldern, leben acht Jungen in einer Wohngruppe. Drei ErzieherInnen begleiten sie und teilen sich die Betreuung im Schichtdienst. Die Kinder nennen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, einkaufen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule bringen gehören ebenso zum Alltag wie zuhören, trösten, kuscheln und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Eben im Prinzip Familie. Viele der Kinder haben einen großen Wunsch: wieder mit ihrer eigenen Mutter oder ihren leiblichen Eltern zusammenzuleben. Doch was für andere selbstverständlich ist, bleibt für sie oft nur ein Wunsch ...
Im Mittelpunkt stehen unter anderem Kelvin und Niklas, die mit den schwierigen Lebensumständen ihrer alleinerziehenden Mütter zu kämpfen haben. Kelvin ist zudem alltäglichem Rassismus ausgesetzt.
Die Erzieherinnen und Erzieher versuchen, den Jungen den Halt und die Sicherheit zu geben, die ihnen ihre Familien derzeit nicht bieten können. „Oft sind ja nicht die Kinder das Problem, sondern die Eltern.“ Wenn ein Kind dann mit seiner Mutter telefoniert, die in den nächsten Monaten „keine Zeit“ hat, um es zu besuchen, ist die Enttäuschung groß.
Die drei Erzieherinnen und Erzieher wollen keine Ersatzeltern sein und zeigen den Kindern dennoch, wie sich ein familiäres Miteinander anfühlen kann. Unermüdlich setzen sie sich für die Kleinen ein, sprechen mit Vormündern, Eltern, Ämtern und anderen Stellen, dokumentieren, organisieren und vereinbaren gemeinsame Ziele. Nicht immer werden diese eingehalten. Das erinnert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines überforderten Systems. Und doch gibt es Hoffnung.
Der mehrfach ausgezeichnete Film gewährt über ein Jahr hinweg einen intimen Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und richtet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag daran arbeiten, den Kindern das zu geben, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit und jemanden, der auf ihrer Seite steht. „Der Tag ist einfach nur scheiße!“ „Ja, aber der Tag ist ja noch nicht um.“ Eine wirklich beeindruckende Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher.
Im Anschluss freuen wir uns, in Kooperation mit dem Diasporahaus ein Filmgespräch anbieten zu können. Stefanie Schlaich und Samira Zeller geben Einblicke in die Rottenburger Wohngruppe und die Projekte des Diasporahauses.





.jpeg)


