Drama | Deutschland 2026
Regie: Paweł Pawlikowski („IDA“)
Besetzung: Sandra Hüller, Hanns Zischler, ...
Laufzeit: 82 min | FSK: ab 12

Deutschland 1949. Der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann reist in Begleitung seiner Tochter Erika zurück in sein Vaterland, um zwei Goethepreise entgegenzunehmen.

Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs erkannte er die Gefahr und ging ins US-amerikanische Exil. Als Gegner des NS-Regimes kämpfte er mit Radioansprachen und publizistischen Mitteln gegen die Nazis und prangerte früh den Holocaust an. Seine Rückkehr führt ihn in den Westen nach Frankfurt und anschließend in die sowjetisch besetzte Zone nach Weimar. Im jungen Nachkriegsdeutschland versuchen Ost wie West, ihn als geistige Symbolfigur für sich zu beanspruchen.

Doch noch vor Thomas Mann treffen im Frankfurter Hotel die ersten Briefe ein, die ihn als Verräter beschimpfen. Gleichzeitig versuchen sich Mitläufer wieder an die Familie Mann heranzudrängen. Frankfurt präsentiert sich amerikanisch und bemüht sich um Normalität, obwohl ehemalige Nazis längst wieder fester Teil dieser neuen Ordnung sind. Bei der Preisverleihung in der Paulskirche lässt Erika während der Rede ihres Vaters den Blick über die Gesichter der Anwesenden schweifen. Noch vor vier Jahren waren viele von ihnen willige Mitläufer des NS-Regimes. Die scheinheilige Betroffenheit nimmt sie ihnen nicht ab.

In Weimar wiederum prägen Uniformen und Friedensrhetorik das Bild, während der alte Militarismus spürbar bleibt.

Inmitten dieser politischen und persönlichen Grabenkämpfe richtet „Vaterland“ den Blick auf zwei Ebenen: auf ein Land, das nach einer neuen Identität sucht, und auf einen Vater, der wiederum die Identität seiner Familie stark prägt.

Thomas Mann steht für Moral und den Anspruch, Deutschland zu repräsentieren. Seine strenge, autoritäre Haltung lässt wenig Raum für Nachsicht – weder gegenüber der Gesellschaft noch gegenüber seiner Familie, die zu zerbrechen droht.

Das Anliegen des oscarprämierten Regisseurs Pawlikowski ist es, sich in eine Zeit einzufühlen, die vielleicht doch nicht so vergangen ist, wie die Schwarzweißbilder einen glauben lassen. Dabei nimmt er sich bewusst Freiheiten und konzentriert sich auf die politischen Veränderungen der deutschen Nachkriegszeit und die Gefühle seiner Figuren. Dafür benötigt der in Cannes mit dem Preis für die „Beste Regie“ ausgezeichnete Regisseur gerade einmal 82 Minuten – und nutzt diese eindrucksvoll.

Sandra Hüller spielt Erika als resolute und selbstbewusste Frau, während Hanns Zischler Thomas Manns kontrollierte, teils eisige Autorität überzeugend verkörpert.

„Vaterland“ ist ein eindringliches und sehr gelungenes Drama über die deutsche Nachkriegsgesellschaft, die Suche nach Identität und die Frage, wie viel Vergangenheit in einem vermeintlichen Neuanfang steckt. Ein Film, der noch lange nachwirkt.

Spielzeiten

Tue

13

October

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14

October

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October

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October

Tue

27

October

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