Dokumentarfilm | Deutschland 2026
Regie: Eva Müller, Isabell Schneider
Besetzung: Bettina Böttinger, Gabi Köster, Esther Schweins, Hella von Sinnen, Maren Kroymann, ...
Laufzeit: 96 min | FSK: ab 12
„Heute sitzt man davor und denkt: Krass, dass das einmal möglich war!“ – Eva Müller
Was haben wir gelacht zeigt, was Frauen im Fernsehen der 90er und 00er Jahre aushalten mussten und wie diese Darstellungen Rollenbilder geprägt haben. Denn diese große Zeit der Unterhaltungsshows war bunt, erfolgreich und vor allen Dingen: männerdominiert.
Genau hier setzt die Dokumentation von Eva Müller und Isabell Schneider an. Sie blickt zurück auf eine TV-Ära, in der Frauen häufig nur als Co-Moderatorinnen, Assistentinnen oder „Buchstabenfeen“ vorgesehen waren – und fragt, was diese Unterhaltung mit Frauen, Rollenbildern und unserer Gesellschaft gemacht hat. Der doppeldeutige Titel „Was haben wir gelacht“ ist wunderbar ironisch. Denn vieles, was damals Millionen ZuschauerInnen selbstverständlich unterhielt, wirkt heute vor allem befremdlich: sexistische Witze, sexualisierte Frauenbilder und Sketche auf Kosten marginalisierter Gruppen.
Material, das aufwühlt, denn die Sendungen spiegelten nicht nur gesellschaftliche Vorurteile wider, sie trugen auch dazu bei, diese zu normalisieren.
Doch einige Frauen nahmen genau das zum Anlass, um sich zu widersetzen und sich in dieser Männerwelt zu behaupten. Im Film kommen viele von ihnen zu Wort, darunter Bettina Böttinger, Gabi Köster, Esther Schweins, Hella von Sinnen und Maren Kroymann. Besonders Letztere analysieren deutlich, wie sehr Humor damals auf Sexualisierung, Diffamierung und männlicher Deutungshoheit beruhte.
Ein besonderes Highlight sind seltene Archivaufnahmen, die von Sinnen und Kroymann bei ihren frühen Auftritten und späteren Erfolgen zeigen. Sie machen sichtbar, wie außergewöhnlich es damals noch war, dass eine Frau eine eigene Comedyshow bekam – geschweige denn eine, die ihren Namen trug.
Auch die Wurzeln dieser Strukturen reichen weiter zurück: Ausschnitte aus „Einer wird gewinnen“, „Der große Preis“ oder „Wetten, dass..?“ zeigen, wie selbstverständlich Frauen von prominenten Showmastern auf ihr Aussehen reduziert und Grenzen überschritten wurden.
„Was haben wir gelacht“ ist eine aufrüttelnde und trotzdem unterhaltsame Zeitreise, die aufwendig recherchiert ist. Der Dokumentarfilm zeigt, wie sich das Fernsehen verändert hat, und warum der Blick zurück noch immer wichtig ist!








